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Halfmann in schwieriger Mission

Münster - Von dem vermehrten Abstieg durch die Spielklassenreform im deutschen Handball bleibt Bezirksligist DJK Eintracht zwar verschont. Aber selbst die noch geltende Regelung, nach der zwei oder drei Vereine am Saisonende in die Kreisliga absteigen, treibt den Hiltrupern die Schweißperlen auf die Stirn. Denn als Tabellenvorletzter steht dem heimischen Bezirksligisten vor der am Samstag beginnenden Rückrunde das Wasser bis zum Halse.

„Wir wussten, dass es keine einfache Saison werden würde“, verkündete Martin Halfmann, als es im Sommer darum ging, die Weichen bei den Handballern der DJK Eintracht zu stellen. Mit nur zwei Pluspunkten hatten sich die Hiltruper in der vergangenen Saison aus der Landesliga verabschiedet. Jetzt sieht sich der Trainer erneut in schwieriger Mission. Bei 6:18-Punkten nach zwölf Spielen gilt es für den Tabellenvorletzten, die Gratwanderung zwischen Abstieg und Klassenerhalt zu einem guten Ende zu führen. Das mit einer Mannschaft, „in der“, so Halfmann, „kaum ein Spieler älter ist als 22 Jahre.“ Doch der Trainer hat Vertrauen in seine „Rasselbande“. In der Rückrunde setzt er auf den Lerneffekt seiner Youngster.

Nach dem Abstieg vollzogen sich tief greifende Veränderungen in der Personalstruktur der ersten Mannschaft. So verließen mit Hubertus Wittag, Michael Goblirsch, Marc Stecken, David Schulte und Shadi Ballout einige erfahrene Akteure den Verein. Als es darum ging, die Lücken zu schließen, schöpften die Verantwortlichen aus eigener Quelle, indem in erster Linie Spieler aus dem Nachwuchs eingebaut wurden. Youngster wie Tim Rickling, Sebastian Rickert und Jannis Goblirsch rückten nach und sammeln nun erste Erfahrungen im Senioren-Bereich. Mit Torhüter Timo Sommerfeld, der inzwischen seine zweite Saison bei der DJK absolviert, und Jonah Crone kehrten zwei weitere junge Spieler, die zuvor in Senden waren, zu ihrem Heimatverein zurück. Keine Frage - die Eintracht setzt bei der Gestaltung auf Stallgeruch. Das schon deshalb, weil es einerseits der Philosophie des Klubs entspricht und er sich auf der anderen Seite keinerlei große Sprünge erlauben kann. Halfmann: „Bei uns fließt kein Geld. Die Jungs müssen sich ihre Sportschuhe schon selber kaufen.“

Idealismus wird großgeschrieben. Und daraus erwächst die Zuversicht, die heikle Gratwanderung schadlos zu überstehen, wie Halfmann zum Ausdruck bringt: „Die Mannschaft hat das Potenzial, im Mittelfeld zu stehen. Dazu muss sie aber ihre Leistung in jedem Spiel zu 100 Prozent abrufen.“

Der Entwicklungsprozess der jungen Mannschaft, „in der kaum ein Spieler älter als 22 Jahre ist“, so Halfmann, vollzieht sich in einem vergleichsweise anspruchsvollen Umfeld. So verrät der Trainer nichts Neues, dass die mit zahlreichen Vereinen Ostwestfalens durchsetzte Bezirksliga zwei stärker einzuschätzen ist als die Staffel drei, in der überwiegend münsterländische Vereine vertreten sind. „Die jungen Spieler, die in Ostwestfalen nachrücken, sind besser ausgebildet als unsere. Wenn sie in der Jugend nicht in der Oberliga gespielt haben, dann doch zumeist in der Bezirksliga. Unsere Jungs kommen aus der Kreisliga“, zeigt das Hiltruper Urgestein, das seit nunmehr 40 Jahre Mitglied im 1964 gegründeten Verein ist, einen wesentlichen Unterschied in der Ausbildung auf. „Handball“, so der 47-Jährige weiter, „hat im Ostwestfälischen einfach einen anderen Stellenwert als bei uns.“

Trotz dieses offenkundigen Standortnachteils will die DJK zu Beginn der Rückrunde die Weichen für den Klassenerhalt stellen. „In den ersten fünf Spielen treffen wir auf Mannschaft, die allesamt unserer Kragenweite entsprechen. Diese Spiele werden richtungweisend sein“, zeigt sich Halfmann fest entschlossen, den freien Ball zu stoppen.

Westfälische Nachrichten, HEINER GERULL 22.01.2010

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© by Daniel Hartelt / DJK Eintracht Hiltrup