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Überraschung ausgeschlossen

Münster. Sportderbys leben generell von hitziger Atmosphäre, Emotionen und Dramatik bis zum Ende. Doch beim Handballtreffen der Landesligisten SC Westfalia Kinderhaus und DJK Eintracht Hiltrup sahen die Zuschauer eher eine Begegnung auf Spannungs-Sparflamme. Das lag ganz einfach daran, dass sich die Gäste aus Hiltrup in der ersten Viertelstunde von der Mannschaft von Helge Rüddenklau regelrecht überrollen ließen und schon früh einem Sechs-Tore-Rückstand (5:11) hinterherhechelten. Beim Seitenwechsel war die Entscheidung mit dem 20:11 für die Hausherren bereits gefallen.
Erst in Halbzeit zwei konnte sich das Team um Trainer Martin Halfmann vor allem in der Deckung stabilisieren, die technischen Fehler reduzieren und so zumindest ein wenig Ergebniskosmetik betreiben. 33:29 hieß es nach dem Schlusspfiff für die Westfalia.
„Die erste Hälfte war grottenschlecht“, bilanzierte Halfmann. „Die Deckung stand überhaupt nicht, war nicht aggressiv. Und wenn vorne dann noch so um die 15 freie Würfe dazukommen, die nicht reingehen, dann muss man sich nicht wundern, wenn man verliert.“ Sein Gegenüber, Helge Rüddenklau, war allerdings auch nicht hundertprozentig zufrieden: „Wir haben sehr stark begonnen, aber dann Hiltrup wieder aufgebaut, weil wir vorne zu viele Bälle verworfen haben. Dass es noch mal recht knapp wird, wenn man mit elf Toren führt – damit bin ich überhaupt nicht einverstanden.“
Trotzdem standen am Ende die zwei erwarteten Punkte zu Buche, Hiltrup musste mal wieder mit leeren Händen abziehen und sich somit auch langsam auf die Bezirksliga einstellen.
Westfalia legte mit starkem Tempohandball bereits nach vier Minuten mit einem 4:0-Sprint den Grundstein für den nie gefährdeten Sieg. Von allen Positionen wurde geschossen, nahezu jeder Wurf saß, ständig wurden Tempogegenstöße erfolgreich abgeschlossen. Der Vorsprung wuchs konstant an, fast jeder der SC-Spieler durfte sich in die Torschützenliste eintragen. Geschlossene Mannschaftsleistung also, nur Manuel Schürkamp hob sich mit vier Toren in der Anfangsphase ein wenig mehr hervor. Ab Minute 27 führten die Gastgeber mit einem beruhigenden Zehn-Tore-Vorspung (19:9), auch wenn die defekte Anzeigetafel in der Halle es noch gut mit Hiltrup meinte.
Später dann die angesprochene zweite Hälfte, in der die DJK über den Kampf nun zumindest gleichwertig war. Doch da ihnen oftmals die Kälte vor dem Tor fehlte und sie viele freie Schüsse vergaben, war das 28:32 fünf Minuten vor Schluss schon das höchste der Gefühle. Bei Westfalia lief nun auch viel über die Außen, die bei der DJK hingegen völlig auf verlorenem Posten standen.

Westfalia: Berghammer (6), Schürkamp, Müller (beide 5), Holtmann, Siering (beide 4), Poppe (3), Dreskornfeld (2), Eikelmann, Wagstatt, Schulze-Diekhoff, Davids (je 1).

DJK Hiltrup: Hartelt (10/6), Pohlschmidt (7) Birnican, Schulte (beide 4), Limke (2), Stecker, Spaedkte (beide 1).

VON SEBASTIAN VOGEL, HILTRUP

Westfälische Nachrichten 02.02.2009

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